Geschichte

BERGBAU IN DER NORDPFALZ

Einzige erhaltene römische Okkupationsinschrift neben einem römischen Azuritbergwerk im saarländischen Wallerfangen.

Vorgeschichtliche Zeit:


Der Bergbau in der Nordpfalz reicht bis in die römische Kaiserzeit zurück. Ob bereits vor den Römern Bergbau betrieben wurde, konnte noch nicht archäologisch nachgewiesen werden. Eisen wurde ab dem 1. bis 2. Jahrhundert nach Christus im Vicus Eisenberg massenhaft verarbeitet und im nahe gelegenen Stumpfwald gewonnen. Im Langental bei Imsbach wurden aus der gleichen Zeit Rennöfen bei den dortigen Eisenerzvorkommen gefunden. Kupfer wurde bei Göllheim und eventuell bereits in Imsbach abgebaut. Ob auch die Zinnober- und Quecksilbervorkommen in der Römerzeit genutzt worden sind, konnte noch nicht eindeutig nachgewiesen werden. Einige Indizien lassen dies für den Lemberg möglich erscheinen.


Mittelalterliche oder neuzeitliche Ortsbrust im Besucherbergwerk Fischbach.

Mittelalter:


Erste urkundliche Erwähnungen des Bergbaus in der Nordpfalz stammen aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Ob bereits im Frühmittelalter Bergbau betrieben wurde, bleibt derzeit Spekulation. Archäologische Funde, insbesondere Keramiken, am Stahlberg und bei Imsbach lassen einen Bergbaubetrieb auf Silber und Eisen bereits für das Hochmittelalter möglich erscheinen. Eine urkundlich nachgewiesene, rege Bergbautätigkeit trat ab der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts auf. Zuerst auf die begehrten Metalle Silber und Kupfer, dann aber auch zunehmend auf das Quecksilbererz Zinnober.


Neuzeit:


Mitte des 16. Jahrhundert entwickelt sich die Nordpfalz zu einem wichtigen Quecksilberbergbaurevier. Nach Almaden in Spanien und Idria im heutigen Slowenien gehörte die Nordpfalz zu den drei bedeutenden Quecksilbervorkommen in Europa. Nach einem Boom in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts kommt der Bergbau allerdings noch vor dem Ausbruch des dreißigjährigen Krieges weitgehend wieder zum Erliegen.



Quecksilbersuchstollen aus dem 18. Jahrhundert (?) bei Nack

Bergbauboom im 18. Jahrhundert


Im 18. Jahrhundert erlebte insbesondere der Quecksilberbergbau seine Blütephase. Neben den bedeutenden Gruben in Obermoschel, am Stahlberg, in Mörsfeld und am Lemberg und den neu erschlossenen Vorkommen am Königsberg und Potzberg, wurde an vielen weiteren Orten nach Quecksilber und anderen Mineralien geschürft, meist aber ohne großen wirtschaftlichen Erfolg. Bedeutung erlangte auch der Steinkohlenbergbau für die Versorgung der Salzsalinen in Bad Münster am Stein und Kreuznach mit dem benötigten Brennstoff für das Sieden des Salzes.


Auch im 19. Jahrhundert finden vergebliche Versuche statt, den Bergbau wieder zu beleben und zur neuen Blüte zu bringen. Aber die kleinen Erzvorkommen waren in der Regel bereits ausgebeutet oder nicht rentabel abzubauen, so daß der Abbau bald wieder eingestellt wird.

Reste einer Erzrolle (Erzbunker) im Schmittenstollen aus der letzten Bergbauphase (1935-1939)

20. Jahrhundert:


Seine letzte Phase erlebt der Bergbau in der Nordpfalz zwischen 1934 und 1942 als am Lemberg, in Obermoschel, am Königsberg und am Stahlberg ein Nachlesebergbau auf Quecksilbererze stattfand. Nennenswerte neue Vorkommen konnten nicht erschlossen werden, so dass der Bergbau wegen Unrentabilität 1942 endgültig aufgegeben wurde.


An dieser Stelle wird noch gearbeitet.
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