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 Alchemistisches Symbol für das Metall Quecksilber und den Planeten Merkur.Alchemistisches Symbol für das Metall Quecksilber und den Planeten Merkur.

Bergbau in der Nordpfalz

Symposium - Region

 

Bad Münster am Stein - Ebernburg

Blick vom Rheingrafenstein auf Bad Münster am Stein - Ebernburg. Links die Ebernburg mit dem gleichnamigen Stadtteil, rechts vorne die Kuranlagen von Bad Münster mit dem Felsmassiv Rotenfels im Hintergrund, dazwischen der Fluss Nahe. Foto: D. GötteBlick vom Rheingrafenstein auf Bad Münster am Stein - Ebernburg. Links die Ebernburg mit dem gleichnamigen Stadtteil, rechts vorne die Kuranlagen von Bad Münster mit dem Felsmassiv Rotenfels im Hintergrund, dazwischen der Fluss Nahe. Foto: D. Götte

Der diesjährige Tagungsort liegt in der Naheregion im Bundesland Rheinland-Pfalz. Seit 2014 ist die ehemals selbstständige Doppelstadt Bad Münster am Stein - Ebernburg ein Stadtteil von Bad Kreuznach und liegt in einer beeindruckenden vulkanischen Felsenlandschaft, die vor 290 Millionen Jahren entstanden ist, mit dem Rotenfels als größte Felswand nördlich der Alpen (220 m Höhe und 1200 m Länge). Die ehemaligen Burgen Ebernburg und Rheingrafenstein thronen imposant über beide Ortsteile und bestimmten deren Geschichte. Der Ritter Franz von Sickingen beherbergte auf seiner Burg Anhänger der Reformation, so dass die Ebernburg als Herberge der Gerechtigkeit in die Reformationsgeschichte einging (heute Europäisches Kulturerbe).

 

Bergbau  in der Umgebung

Bergbaustollen bei Ebernburg aus dem MittelalterBergbaustollen bei Ebernburg aus dem MittelalterIn unmittelbarer Umgebung des Tagungsortes wurde in früheren Zeiten Bergbau betrieben. In der Nähe der Burgen Ebernburg und Rheingrafenstein wurde im ausgehenden Mittelalter Kupfer und Silber abgebaut. Zeitweise wurde auch nach Quecksilbererz geschürft und im 18. Jahrhundert bei Ebernburg Steinkohle abgebaut. Am nahen Lemberg wurde eventuell schon in der Römerzeit Zinnober zur Farbgewinnung und ab 1438 bis 1939 zur Quecksilbergewinnung abgebaut. Im Besucherbergwerk Schmittenstollen können die Bergwerksanlagen heute besichtigt werden. Bad Kreuznach war um 1500 Sitz des kurpfälzischen Bergmeisters und beherbergte von 1947 bis 1992 das Bergamt für den südlichen Teil von Rheinland-Pfalz.

Gradierwerk im Salinental bei Bad KreuznachGradierwerk im Salinental bei Bad KreuznachSeit 1490 bis 1945 wurde außerdem in Bad Münster Salz gewonnen. Bis in die heutige Zeit hat die salzhaltige Sole Bedeutung für die beiden Kurborte Bad Kreuznach und Bad Münster, wenn auch nicht mehr zur Salzgewinnung. Insgesamt 7 Gradierwerke mit einer Gesamtlänge von 1,2 km sorgen noch heute für gesunde Luft im Freiluftinhalatorium Salinental zwischen Bad Münster am Stein und Bad Kreuznach. Die radiumhaltige Sole hat noch heute als Heilmittel Bedeutung bei Bade-, Trink- und Inhalationsanwendungen. In einem alten Bergwerksstollen in Bad Kreuznach wird die radiumhaltige Luft außerdem seit 1912 (mit Unterbrechungen) für Therapiezwecke genutzt.

 

Bergbau in der Region

Quecksilbererz ZinnoberQuecksilbererz ZinnoberIn der angrenzenden Region, dem Saar-Nahe-Bergland, hatte der Quecksilberbergbau im sogenannten Quecksilberdreieck mit dem Eckpunkten Bad Kreuznach – Kirchheimbolanden – Kusel große Bedeutung. An über 90 Stellen wurde in dem 1.200 km² großen Gebiet nach Quecksilbererzen geschürft. Bedeutende Abbaustellen waren der Landsberg bei Obermoschel (Typlokalität für die Quecksilberminerale Moschelandsbergit und Moschelit), Stahlberg, Königsberg bei Wolfstein, Hermannsberg, Potzberg, Daimbacher Hof bei Mörsfeld und der Koppelberg bei Orbis. Zeitweise hatte der Quecksilberbergbau in der Pfalz in Nordwesteuropa eine gewisse Bedeutung im Quecksilberhandel neben den damaligen großen Quecksilbervorkommen Almaden (Spanien) und Idria (Habsburg). In den Jahren 1934 bis 1942 versuchte man in Rahmen der Autarkiebestrebungen der Nazizeit mit modernen Verhüttungsmethoden den Quecksilberbergbau wieder in großem Maßstab aufzurichten, aber mangels neuer reicher Erzaufschlüsse konnte nur ein unwirtschaftlicher Nachlesebergbau betrieben werden. 

Kupferbergwerk Katharina I bei ImsbachKupferbergwerk Katharina I bei ImsbachEisenerze wurden schon seit der Römerzeit (1.-4. Jh. n. Chr.) bei Imsbach und Eisenberg abgebaut und verhüttet. Bedeutung hatte auch der Eisenerzbergbau bei Kaiserslautern und Nothweiler. Der Abbau von Kupfererz ist ebenfalls seit der Römerzeit (2.-3. Jh. n. Chr.) bei Göllheim nachgewiesen und für Imsbach anzunehmen. Weitere Kupferbergwerke lagen bei Niederhausen an der Nahe und das bedeutendste lag am Rande des Gebiets bei Fischbach-Hosenbach in der Nähe von Idar-Oberstein. Silber wurde am Selberg bei Obermoschel (erste urkundliche Bergbauverleihung in der Region 1429), am Stahlberg, Rheingrafenstein und in Imsbach abgebaut. 

Steinkohle wurde seit dem 16. Jahrhundert abgebaut, um besonders die holzverschlingenden Salzsiedereien und Kalkbrennereien mit Brennmaterial zu versorgen. Desweiteren wurden auch Steine- und Erden, wie Ton und Formsande bei Eisenberg, Kalk bei Wolfstein und Kusel sowie Sandsteine unterirdisch abgebaut. Im nördlich angrenzenden Hunsrück wurde zudem Dachschiefer abgebaut.

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