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Sagen aus Imsbach

 Alchemistisches Symbol für das Metall Quecksilber und den Planeten Merkur.Alchemistisches Symbol für das Metall Quecksilber und den Planeten Merkur.

Bergbau in der Nordpfalz

Die Silbergrube

 

Bergmannssage von Imsbach am Donnersberg in Rheinland-Pfalz

Im Wolfersthal am Donnersberg, nicht weit von dem ehemaligen Schlosse Hohenfels mit seiner silbernen Treppe und seinen verborgenen Schätzen, ist eine alte, verlassene Grube, die Kobolds- (Kobalt) auch Silbergrube genannt.

Holzschnitt mit Bergwerksszene ("Goslar") aus der Cosmographia (Weltbeschreibung) von Sebastian MünsterHolzschnitt mit Bergwerksszene ("Goslar") aus der Cosmographia (Weltbeschreibung) von Sebastian MünsterVor mehr als hundert Jahren grub man dort nach Kobalt. Da saßen einst zur Zeit der Schicht die Bergknappen in einer sogenannten Strecke beisammen um ein helles Feuer. Mit einmal kam eine Kröte von ungeheurer Größe zum Feuer gekrochen. Die Bergknappen erschracken. Etliche wollten das Thier tödten, etliche aber mahnten davon ab und sprachen: Wer weiß, was dahinter steckt? Die Kröte aber kroch fort und hüpfte in ein nahes Gesenk. Kaum war sie drunten, so entstand ein Tosen und Heulen in dem Gesenke, daß die Bergleute entsetzt flohen und zu Tag fuhren, dem Steiger die Anzeige zu machen. Des andern Tags sollte die Knappschaft das Gesenk untersuchen, aber niemand wollte hinabfahren. Der Steiger faßte Muth, einige Knappen folgten ihm, und sie fanden dort nicht nur eine große Menge Kobalts, sondern auch eine reiche Silberader. Von jener Stunde hieß die Grube die weiße oder Silbergrube.

Ein andermal saßen die Bergleute wieder zur Ruhezeit beisammen in der Tiefe, da hörten sie plötzlich in der Ferne arbeiten. Sie waren gewiß, daß der Berggeist ihnen etwas anzeige, merkten sich genau die Richtung, legten einen neuen Ort (Seitengang) in der Grube an und fanden dort Kobalt und Silber die Menge.

Quelle: Schöppner, ALexander: Sagenbuch der Bayerischen Lande 1–3. München 1852–1853, S. 347-348.

Die Silbergrube ist heute noch zu besichtigen. Es handelt sich um das Besucherbergwerk "Weiße Grube" der Bergbau Erlebniswelt Imsbach.