Ihre Browserversion ist veraltet. Wir empfehlen, Ihren Browser auf die neueste Version zu aktualisieren.

Geschichte

 Alchemistisches Symbol für das Metall Quecksilber und den Planeten Merkur.Alchemistisches Symbol für das Metall Quecksilber und den Planeten Merkur.

Bergbau in der Nordpfalz

Geschichte

Vorgeschichtliche Zeit:Einzige erhaltene römische Okkupationsinschrift neben einem römischen Azuritbergwerk im saarländischen Wallerfangen. "INCEPTA OFFICINA EMILIANI NONIS MARTIS" - Der Bergwerksunternehmer Emilianus hat am 9. März dieses Bergwerk in Besitz genommen und muss nach römischen Recht innerhalb 25 Tage den Betrieb aufnehmen. Abguss der Tafel im Heimatmuseum Wallerfangen.Einzige erhaltene römische Okkupationsinschrift neben einem römischen Azuritbergwerk im saarländischen Wallerfangen. "INCEPTA OFFICINA EMILIANI NONIS MARTIS" - Der Bergwerksunternehmer Emilianus hat am 9. März dieses Bergwerk in Besitz genommen und muss nach römischen Recht innerhalb 25 Tage den Betrieb aufnehmen. Abguss der Tafel im Heimatmuseum Wallerfangen.

Der Bergbau in der Nordpfalz reicht bis in die römische Kaiserzeit zurück. Ob bereits vor den Römern Bergbau betrieben wurde, konnte noch nicht archäologisch nachgewiesen werden.

Eisen wurde ab dem 1. bis 2. Jahrhundert nach Christus im Vicus Eisenberg massenhaft verarbeitet und im nahe gelegenen Stumpfwald gewonnen. Im Langental bei Imsbach wurden aus der gleichen Zeit Rennöfen neben den dortigen Eisenerzvorkommen gefunden. Kupfer wurde bei Göllheim und eventuell bereits auch in Imsbach abgebaut. Ob auch die Zinnober- und Quecksilbervorkommen bereits in der Römerzeit genutzt worden sind, ist noch nicht eindeutig nachgewiesen worden. Aber einige Indizien lassen dies für den Lemberg möglich erscheinen.

 

Mittelalter:Mittelalterliche oder neuzeitliche Ortsbrust im Besucherbergwerk Fischbach.Mittelalterliche oder neuzeitliche Ortsbrust im Besucherbergwerk Fischbach.

Erste urkundliche Erwähnungen des Bergbaus in der Nordpfalz stammen aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Ob bereits im Frühmittelalter Bergbau betrieben wurde, bleibt derzeit Spekulation. Archäologische Funde, insbesondere Keramiken, am Stahlberg und bei Imsbach lassen einen Bergbaubetrieb auf Silber und Eisen bereits für das Hochmittelalter möglich erscheinen. Eine urkundlich nachgewiesene, rege Bergbautätigkeit trat ab der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts auf. Zuerst auf die begehrten Metalle Silber und Kupfer, dann aber auch zunehmend auf das Quecksilbererz Zinnober.

 

Neuzeit:Quecksilbersuchstollen aus dem 18. Jahrhundert (?) bei NackQuecksilbersuchstollen aus dem 18. Jahrhundert (?) bei Nack

Mitte des 16. Jahrhundert entwickelt sich die Nordpfalz zu einem wichtigen Quecksilberbergbaurevier. Nach Almaden in Spanien und Idria im heutigen Slowenien gehörte die Nordpfalz zu den drei bedeutenden Quecksilbervorkommen in Europa. Nach einem Boom in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts kommt der Bergbau allerdings noch vor dem Ausbruch des dreißigjährigen Krieges weitgehend wieder zum Erliegen.

Im 18. Jahrhundert erlebte insbesondere der Quecksilberbergbau seine Blütephase. Neben den bedeutenden Gruben in Obermoschel, am Stahlberg, in Mörsfeld und am Lemberg und den neu erschlossenen Vorkommen am Königsberg und Potzberg, wurde an vielen weiteren Orten nach Quecksilber und anderen Mineralien geschürft, meist aber ohne großen wirtschaftlichen Erfolg.

Auch im 19. Jahrhundert finden vergebliche Versuche statt, den Bergbau wieder zu beleben und zur neuen Blüte zu bringen. Aber die kleinen Erzvorkommen waren in der Regel bereits ausgebeutet oder nicht rentabel abzubauen, so daß der Abbau bald wieder eingestellt wird.

 

20. Jahrhundert:Reste einer Erzrolle (Erzbunker) im Schmittenstollen aus der letzten Bergbauphase (1935-1939)Reste einer Erzrolle (Erzbunker) im Schmittenstollen aus der letzten Bergbauphase (1935-1939)

Seine letzte Phase erlebt der Bergbau in der Nordpfalz zwischen 1934 und 1942 als am Lemberg, in Obermoschel, am Königsberg und am Stahlberg ein Nachlesebergbau auf Quecksilbererze stattfand. Nennenswerte neue Vorkommen konnten nicht erschlossen werden, so dass der Bergbau wegen Unrentabilität 1942 endgültig aufgegeben wurde.